Wie würde mein TCM-Therapeut sagen: «Dein Qi ist zu niedrig.»

Ja, das stimmt. Mein Qi, meine Lebensenergie, war wirklich sehr, sehr niedrig – und das hat man auch im Aussen gesehen. Sogar die Teamleitungen in der Agentur, in der ich arbeit, haben gesagt, dass ich mein Strahlen verloren habe. Aber warum?

Normalerweise bin ich ein sehr fröhlicher und aufgestellter Mensch. Immer für jeden da. Immer ein offenes Ohr für alle. Und genau das ist das Problem.

Ich bin immer für alle anderen da. Aber wer ist eigentlich für mich da?

Meine Freundinnen sind alle beschäftigt, mit ihrem eigenen Leben und ihren Kindern. Ich möchte auch niemandem zur Last fallen. Meine «Probleme» sind ja nun wirklich nicht so schlimm.

Diese kleine Lebenskrise hat doch jeder einmal. Dass man sich fragt, ob das wirklich das Leben ist, das man führen möchte. Dass man das System hinterfragt und sich fragt, ob das wirklich alles sein soll.

Ich hatte einen guten Job, verdiente gutes Geld und hatte eine schöne Wohnung. Ich lebte in der Schweiz. Mir fehlte es doch an nichts.

Ist es nicht genau das, was uns beigebracht wurde? Dass wir genau das erreichen sollen? Ich war einfach an einem Punkt angekommen, an dem ich wusste, dass mich all das nicht mehr erfüllt. Da muss es doch mehr geben… Mehr Leben.

Tja, so eine Lebenskrise hat man wohl irgendwann mit ungefähr 30 Jahren, oder?

Naja … nein.

Meine «Lebenskrise» war dann doch eher ein Burnout.

Viele sagen immer, dass Burnout einfach mit «zu viel Arbeit» zusammenhängt. Ja, irgendwo stimmt das schon. Aber viel häufiger geht es darum, zu viele Dinge zu tun, die einen zwar beschäftigen, aber nicht der eigenen Natur entsprechen. Dinge, die dich beschäftigt halten und nicht das wahre authentisches Leben leben.

Ich habe eine Frage an dich:

Hast du dir den Job, den du heute machst, wirklich selbst ausgesucht? Oder war es eher eine vernünftige Entscheidung, weil der Job gutes Geld bringt? Bei mir war es Letzteres. Ich wollte noch eine Weiterbildung machen und noch mehr leisten. Denn ich musste ja Geld verdienen. Gutes, hart verdientes Geld. Schliesslich heisst es doch: Von nichts kommt nichts. Und plötzlich sass ich da.

Im Burnout. Teilweise völlig am Boden zerstört.

Mit Fragen wie:
Wie konnte mir das passieren? Wie konnte es nur so weit kommen? Was stimmt nicht mit mir? Wie kann ich nur zuhause sitzen, wenn meine Arbeitskollegen wegen mir noch mehr Stress haben?

Weinen gehörte plötzlich zu meinem Alltag.
Fragen über Fragen.
Ständiges Grübeln.
Gedankenkarussell.
Overthinking.

Was für ein furchtbarer Dauerzustand. Ich weiss, es gibt Menschen, denen es viel schlechter geht. Aber ich kannte mich selbst so nicht mehr. Dieses ständige Grübeln. Dieses Feststecken in der eigenen Opferhaltung. Genau das kann irgendwann in eine Depression führen.

Wir Frauen sind ohnehin anfälliger für Depressionen oder Burnout. Nicht, weil wir schwächer sind. Sondern weil viele von uns gelernt haben, sich anzupassen. Kannst du dich noch daran erinnern, wie unbeschwert du als kleines Mädchen durchs Leben gelaufen bist? Und irgendwann kam der Punkt, an dem wir uns anpassen mussten:

Sei nicht so laut.
Sei nicht so selbstbewusst.
Sei nicht so frech
Sei nicht so selbstverliebt

Wir haben gelernt, dass es falsch ist, wenn wir uns selbst verkörpern und einfach das tun, worauf wir Lust haben. Und heute sind wir die «strong independent women», die ständig im Hustle-Modus unterwegs sind. Dabei haben wir uns immer weiter von unserer ursprünglichen Natur entfernt. Kein Wunder, dass wir unseren Körper kaum noch spüren. Oder besser gesagt: Wir hören nicht mehr auf ihn. Ein bisschen Kopfweh?

Egal. Schmerztablette nehmen und weitermachen. Aber warum haben wir eigentlich aufgehört, auf unseren Körper zu hören? Er spricht jeden Tag mit uns.

Nur ignorieren wir ihn. Irgendwie sind wir in diesem permanenten Funktionieren ein ganzes Stück vom Weg abgekommen. Oder nicht?

Ich habe in letzter Zeit sehr viel Zeit gehabt, all das zu hinterfragen. Und ich glaube, wir leben in vielen Bereichen gegen unsere eigene Natur.

Lass uns wieder authentisch sein.
Lass uns wieder zu uns selbst zurückfinden.

Ich bin selbst noch auf diesem Weg. Nicht jeden Tag ist leicht. Nicht jeder Tag fühlt sich nach Heilung an. Aber heute weiss ich etwas, das ich früher nicht wusste:

Mein Burnout war nicht das Ende.
Es war der Moment, in dem ich aufgehört habe, gegen mich selbst zu leben.
Es war der Moment, in dem ich begonnen habe, mich selbst wiederzufinden.
Und genau auf diese Reise möchte ich dich hier mitnehmen. Vielleicht findest du dabei nicht nur neue Gedanken, sondern auch ein Stück von dir selbst wieder.er.

With Love ♥
Carolin

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